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Hessen oder besser der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. PDF Drucken
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Die Diskussion zum Thema gibts hier im Forum.
Haltung von gefährlichen Wildtieren in Hessen verboten.

Es ist vollbracht, so lautet wohl einer der ältesten Sprüche der Menschheit. Aber schon damals war man sich offensichtlich nicht bewusst, was man eigentlich angerichtet hatte.

Bereits damals gab es Menschen, welche scheinbar alles mit sich machen ließen.

Aber nur scheinbar.

Wie  oft hat sich  im laufe unserer Geschichte gezeigt, dass die sicher geglaubten  Verlierer am Ende dann doch die Sieger waren?

 

Wie auch immer. Tatsache ist auf jeden Fall, dass die größten Fehler unserer Geschichte entweder aus Furcht, Unkenntnis, Gewinnsucht oder Übereifer entstanden sind. Im schlimmsten Falle allerdings aus einer Kombination aus allem.

Anders zumindest kann ich mir auch  nicht erklären, wie in einer modernen Demokratie ein solcher Unsinn wie in Hessen geschehen konnte.

Hat denn niemand aus den unzähligen Ereignissen aus vergangenen Zeiten gelernt und begriffen, dass Verbote noch nie das wirklich gewünschte Ziel erreicht haben?

Nehmen wir als Beispiel die Hundeverordnung in NRW.

Von heute auf morgen gab es Hunde, welche (zum Teil sicherlich zurecht) von unserer Gesellschaft nicht mehr toleriert werden konnten.

Sie mussten also weg.

Aber wohin? Die Tierheime platzten aus allen Ecken und als es dann soweit war, dass einige dieser Tiere aus Platzmangel in den Himmel sollten, standen zum Teil genau die Jenigen, die vorher nach Sicherheit gerufen haben, mit Transparenten davor und forderten ein langes und artgerechtes Leben für die unseligen Kreaturen.

Also blieb nichts anderes übrig, als diese überstürzte Eilverordnung zu entschärfen, bis ein für alle Seiten erträglicher Rahmen gefunden war.

Aber Hessen ist halt nicht NRW und warum auch sollte man aus offensichtlichen Fehlern lernen?

Es ist ja auch wesentlich einfacher, erst einmal ein generelles Verbot auszusprechen

und zumindest in dem Glauben die vermeintlich kleinere Wählergruppe verärgert zu haben, sich mit Stolz geschwellter Brust zurückzulehnen.

Aber Hauptsache die  eine oder anderer Tierschutzfraktion (welche zum Teil schon in der Vergangenheit durch Inkompetenz geglänzt haben) wurde zufrieden gestellt.

Anders lässt sich aus meiner Sicht ein solcher Schnellschuss wie in Hessen nicht erklären.

Oder warum wurden Fachverbände wie die DGHT und der BNA nur zum Teil oder gar nicht zu dem Thema angehört. Wie mir bekannt ist, hat der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA) einen sehr brauchbaren Vorschlag zur Haltung von „Gefährlichen Tieren“ der Hessischen Landesregierung vorgelegt. Für mich nicht nachvollziehbar, dass der BNA unter dem Präsidenten, Herrn Staatsminister a.D. Bernd Schmidbauer, MdB, noch nicht einmal von der Landesregierung gehört wurde. Der so erfolgreiche und langjährige Kanzleramtsminister gehört meines Wissens der gleichen Partei an, wie diese in Hessen regiert wird. Wenn noch nicht einmal ein Politiker mit Sach- und Fachverstand von der gleichen Partei gehört wird, kann ein solch unsinniges Gesetz nur von ideologischen Tierschützern und unkundigen Politikern verabschiedet werden.

Na ja, die Tierschutzfraktion kann halt unangenehm werden und über die Medien eine menge Ärger bereiten, der dann bei der nächsten Wahl einige Stimmen kosten könnte.

Aber können wir Tierhalter das nicht?

Schauen wir einmal auf einige Seiten der im Internet präsenten Tierschutzverbände.

Achten wir nicht darauf, dass der Begriff nachhaltige Nutzung bewusst verschwiegen wird, sondern sehen wir uns einmal die Schätzungen der in deutschen Haushalten lebenden Wildtiere an. Selbst wenn man davon ausgeht, dass diese Zahlen zum abschrecken in die Höhe manipuliert wurden, kann man sich nur wage vorstellen, wie viele Tierhalter es in Deutschland gibt.

Und das sind wir und auch, wenn der eine oder die anderen es nicht wahrhaben möchten, auch wir sind Wähler.

Auf jeden Fall bin ich für meinen Teil gespannt, wie die Hessische Regierung die angedrohten Beschlagnahmungen durchsetzen möchte, ohne die Tiere aus einer artgerechten Haltung zu reißen, dauerhaft anderweitig unterzubringen oder ihnen vorzeitig den Weg ins Himmelreich zu weisen.

Aber da war ja noch die Sache in NRW mit den Transparenten. Auch dazu hat Hessen einen Plan.

Altbestände sollen ja schließlich verschont bleiben(natürlich so lange sie keine Gefahr darstellen).

Also beschließt man, dass alle Halter welche Tiere halten, die auf dieser schwarzen Liste aufgeführt sind, diese bis zum 30.04.2008 anzumelden haben.

Da wir aber nun einmal keine Sammler von Spielzeugeisenbahnen  sind, werden sich unsere Tiere auch bei artgerechter Haltung vermehren.

Und dann folgt das Zuchtverbot.

Das aber durch züchten vieler Arten die natürlichen Bestände geschützt werden, scheint an dieser Stelle ebenfalls niemanden zu interessieren.

Ich bin mir sicher, dass es auf jede Frage zumindest eine theoretische Antwort geben wird, aber nur theoretisch. Ich fürchte allerdings, dass die Realität ganz anders aussehen wird, denn nicht jeder Tierhalter wird sich an diese unsinnigen Verbote halten und so zwangsläufig in die Kriminalität abrutschen und weiterzüchten.

Und dann kommt der Tag der Beschlagnahmung.

Was nun? Auffangmöglichkeiten wird es in Hessen wohl kaum in ausreichender Menge geben, also wohin mit den Tieren.

Der Weg in den Himmel ist von Transparenten versperrt und die Haltung in Hessen ist nun einmal verboten.

Also raus mit den Tieren aus unserem ja so sicheren und tierschutzfreundlichen Land.

Und wieder bleibt die Frage, wohin damit?

Vielleicht richtet man ja ähnliche Institutionen, wie wir sie ja schon von den hirnlosen Castortransporten quer durch unser Land kennen.

Ein Zwischenlager muss her.

Aber zurück zur Realität.

Hat denn wirklich niemand an eine eventuelle Faunenverfälschung gedacht?

Hat sich auch nur einmal einer darüber Gedanken gemacht, welche „Gefährlichen Tiere„  mit unserem Klima hier zurecht kommen und sich unkontrolliert vermehren könnten?

Ich höre schon die ersten Aufschreie nach dem die ersten bestätigten Vorkommen von Crotalus atrox im Taunus bekannt werden.

Und da der Taunus ja nun einmal Hessen ist, und Hessen sicher ist, kommt dieses ja so oder so nicht in Frage.  

Sicherlich könnte ich noch unzählige Horror-Szenarien durchspielen, aber ich glaube, diejenigen von uns, welche sich wirklich mit Tierhaltung beschäftigen, haben begriffen worum es eigentlich geht und der Rest soll doch bitte schön weiter von sinnvollen Verboten träumen. 

  

Fazit:

Wir alle sollten uns darüber bewusst werden, dass auch wir Wähler sind und die Zeiten in denen wir wie eingeschüchterte Kaninchen in der Ecke saßen und alles über uns ergehen lassen, gehören endgültig der Vergangenheit an.

Ferner betrachte ich es eine Unverschämtheit, dass verantwortungsvollen Tierhaltern jede Art von Verantwortungsbewusstsein abgesprochen wird.

 

Natürlich macht es Sinn, für bestimmte Tierarten handhabbare Haltungsauflagen zu erlassen.

Aber nur dann, wenn diese wirklich durch die Mitarbeit von Fachverbänden entstehen und bundesweit gültig, sinnvoll und umsetzbar sind. Schnellschüsse auf das Jammern hin von irgendwelchen Tierschutzverbänden bringen uns wirklich nicht weiter.

 

Ich, für meinen Teil, bin auf keinen Fall mehr bereit, diese oder ähnliche Machenschaften kampflos hinzunehmen und werde mich in naher Zukunft mit den entsprechenden Verbänden und der Industrie in Verbindung setzten, um weitere Schritte zu planen.

 

Denn eins muss uns wirklich bewusst werden.

Wir sind viele und das bedeutet viele Wähler.

Auch wir haben Möglichkeiten unsere Anliegen bekannt zu machen und wenn uns die betreffenden regierenden Politiker kein Gehör schenken wollen, dann müssen wir eben bei den nächsten Wahlen, die wählen, die sich auch für unsere Interessen einsetzen.

 

Frank Izaber

 

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